Der Pfeil, der sich zum Anker legte
August 2021.
400 Meter über dem Meer.
Auf dem portugiesischen Jakobsweg.
Variante Espiritual. Spanien.
Ich sitze.
Meine Füße staubig.
Mein Kopf voller Fragen.
Und unter mir:
ein gelber Pfeil.
Ich drehe ihn in Gedanken.
Und plötzlich wird er zum Anker.
Denn das ist kein Aufbruch wie jeder andere.
Einen Tag vor unserer Pilgerreise erfuhren wir:
Wir werden Eltern.
Noch einmal.
Mit 50. Mit 43.
Ungeplant.
Und plötzlich steht alles wieder am Anfang.
Alles, was hinter uns lag,
scheint noch einmal vor uns zu liegen.
Der Weg, den wir gehen wollten,
war für uns gedacht.
Für unser neues Wir.
Die Kinder groß. Die Türen offen.
Die Freiheit nah.
Und dann: dieser neue Anfang.
Dieses Leben, das sich anmeldet,
ohne gefragt zu haben.
Aber nicht ohne Bedeutung.
Wir gingen weiter.
Mit müden Beinen. Und offenen Herzen.
Wir fragten.
Hofften auf Antworten.
Auf Mut.
Denn wir wussten:
Der Weg wird nicht leicht.
Er wird Kraft kosten.
Er wird Liebe brauchen.
Geduld. Vertrauen.
Gnade.
Da oben, auf dem Stein,
lag dieser Pfeil.
Wie ein Zeichen.
Wie ein Versprechen:
Es geht weiter. Anders. Aber geführt.
Wir suchten Vertrauen.
In Gott. In Jesus.
Und fanden:
nicht alle Antworten.
Aber einen Halt.
Foto: Olaf Kozany · ATHECHRIST