Wie gerne hätte ich seinen Mut
Ein stiller Text über Aufbruch, Angst und das, was trägt.
Frühmorgens. Die Tür ist offen. Ein Rucksack steht bereit.
Nicht schwer durch Inhalt, sondern durch Bedeutung.
Ich weiß, was heute kommt. Und ich weiß nicht, ob ich bereit bin.
Ich denke an ihn. Diesen Mann, der nicht nur sagte, was weh tat.
Er lebte es. Stellte sich in den Wind.
Ohne Sicherung.
Ohne Rückversicherung.
Jesus.
Wie gerne hätte ich seinen Mut.
Nicht den lärmenden. Nicht den, der über Mauern springt.
Es ist der stille Mut, der morgens aufsteht, den Rucksack schultert und losgeht.
Mit allem, was war und allem, was nicht sicher ist.
Ich schaue auf das Licht am Fenster. Es ist noch nicht ganz Tag.
Aber es reicht. Reicht für den ersten Schritt.
Für das Vertrauen, dass einer mitgeht.
Und ich merke: Vielleicht beginnt Mut
nicht mit einem Schrei,
nicht mit Antworten.
sondern mit einem Flüstern.
Mit der einen Frage:
„Bist Du bei mir?“
Und manchmal ist das schon genug.